Dem Ziel ein Schritt näher. Dennoch nicht die Linie des Erfolgs überlaufen. Vor uns, in der Ferne nur das noch gespannte Band zu erkennen, welches im Wind flattert und sich auch nicht so recht entscheiden kann, in welche Richtung es sich dehnen soll. Oder ist es der Wind, der zu bestimmen versucht, wohin der Weg des Bandes führt. Später bin ich es wohl, der das Band bis zum Maximum spannen wird, bis es letztendlich auseinanderreißt.
Ich fühle mich schuldig, hatte ihm den Weg vorgegeben und es dabei kaputt gehen lassen. Mit diesen Gedanken in den Zieleinlauf gerannt und noch dabei zugesehen, wie etwas Verbundenes für immer getrennt wird. Würde man versuchen die Wunden zu flicken, wäre die Bindung nie wieder so fest wie zu Beginn, als jedes Atom seinen Nachbarn umarmte – sie schafften ein Ganzen, es gab keine Lücken, keinen Riss. Jetzt ist es ein Knoten, der jedem Atom die Luft abschnürt und so versucht, verbinden, was zu verbinden geht. Es ist nur noch der Wunsch, der schon lange nicht mehr hält.
Nach dem Zieldurchlauf, geht die Laufbahn weiter. Hinter mir wird ein neues, ganzes Band gespannt. Nun ist es wieder vor mir: Ein neues Ziel, was gilt zu erreichen. Ich werde weiterrennen, mein Leben lang. Mit der Hoffnung, das mein nächstes Ziel nicht das Letzte ist. Es wäre der Tod.
Geschrieben am 29. Mai 2011 und abgelegt in Wildes Leben.

Philipp schrieb:
Der Eintrag lässt mich mit einem großen Fragezeichen im Gesicht hier im Regen stehen… Sollte ich dir Laufschuhe schicken?