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27. Oktober 2011

Gute Nacht, meine Schönheit.

Herbstblatt

Es ist schon dunkel geworden. Die Nacht ist in die engsten Winkel und kleinsten Ecken der Stadt vorgedrungen. Sie streut, über all die Leut, ihren Schlaf. Sternenlichter werden nach und nach ausgeknipst. Die Liebe ist müde. Langsam, ganz still und unbemerkt, schließt sie ihre großen Augen, die schon so viel gesehen haben. Ich wende mich ab. Der nächste Morgen ist nur noch ein paar wenige Atemzüge entfernt. Ich lege mich hin und versuche zu schlafen, träumend von dem Glück, dass mich in seinen umschließenden Armen empfängt.

Der Nebel schleicht durch die engen Straßen. Ganz dunkel noch, ist der frühe Morgen. Ich suche die Schönheit durch die verschwommene und undurchdringliche Luft, werde jedoch im Vertrauten ebenso im Unbekannten nicht fündig. Wo hast du dich versteckt? Verreist ins weite Land, geflohen von der doch so oft aufgesuchten Hässlichkeit?

Die grellen Lichter der Fahrräder blenden und machen mich blind. Schwer und kämpferisch boxe ich mich durch die dicken Nebelschicht. Man begegnet einer Zivilisation, die fast ausgestorben ist – man ist allein, mit sich und seiner Umwelt, der stinkenden Stadt. Die nassen und braun verfärbten Blätter liegen tot auf dem schmutzigen Boden, zertreten und unbeachtet von der Masse.


Geschrieben am 27. Oktober 2011 und abgelegt in Fühlen.

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