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Komm mit und spür den Wind. Wir kommen an. Irgendwann.

5. November 2011

Blind.

Wolkenstruktur

Wo ist die Brille die mir hinter ihren kitschig bunten Gläsern eine heile, überprächtige Welt vorspielt. Ich hab verloren, was ich ewig suchte. Jetzt fehlen mir die Farben, alles erscheint Grau und schlicht. Es scheint, als würde alles angehalten werden, keine Bewegung der Äste, keine Flügelschläge der Vögel, kein herabsegelndes Blatt mehr. Nichts. Wo befindet sich der Kopf all diesen Kreaturen, diesen empfindlichen Organismen wieder das gewünschte Leben einzuhauchen? Ich will ihn drücken. Jetzt. Sofort.

Den Pinsel nehme ich in die Hand. Bemale großflächig alles in den schönsten Farben, die in meiner Vorstellungskraft liegen, an. Den Details widme ich mich akkurater Genauigkeit, um alles real wirken und erscheinen zu lassen. Man soll denken, dass es ist die Realität ist, doch das wird sie nicht sein, trotz der verblüffenden Ähnlichkeit. Aber es reicht, wenn wenigstens der Glaube da ist, der einem etwas vortäuscht.

Das Knistern des Feuer will ich spüren, in der kalten Jahreszeit. Das Unbekannte erforschen, wie es einst die Menschen lange vor unserer Zeit getan haben. Angst haben und zugleich die Euphorie spüren. Doch ist es das wert? Die kurze Zeit der Ungezügeltheit mit der langen Zeit des Vertrauten einzutauschen? Ist der Jähzorn nur seiner selbst oder entwickelt er sich in etwas Längeres, etwas Unaufhaltbares? Diese Fragen müssen geklärt werden, um sich dann vor lauter Erschöpfung, auf das weiche Kissen zurück fallen zu lassen. In Zeitlupe stürze ich ungebremst nach hinten, ohne zu wissen was mich aufhält, wie tief ich falle, bis ich in die Federn der Schwerelosigkeit gleite und mit ihnen mitfliege, in die Vorstellung des realen Traums. Im Rausch der Transzendenz male ich die schönsten Bilder bunt.


Geschrieben am 5. November 2011 und abgelegt in Fühlen.

Kommentare


  • Philipp schrieb:

    Einfaches Rezept: Erinner dich.

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