22. Juli 2010

Willkommen im Kiez.

Neuheiten
urbanartcore.eu

Raus aus dem Viertel rein in den Kiez. Ein Monat Wohnungssuche und dann kann hoffentlich das alltägliche Leben los gehen, in der Hauptstadt. In Berlin.

19. Juli 2010

Bye, bye Munich.

Du fehlst

Eine Stadt die man fragen muss um eine Antwort zu erhalten. Eine Stadt die mehr zu bieten hat, als Bier und Weißwürste.

Mir Gärtner platzt der Kragen

Das war’s nun wohl mit uns. Mit unserer Beziehung. Meine Gewohnheit werde ich verlassen müssen. Die Umgebung, die mir vertraut vorkam, eine Stadt die ich liebe. München, wir werden uns in nächster Zeit nicht mehr so oft sehen. Keine Wochenendbeziehung führen, keinen Umzug ein paar wenige Kilometer weiter weg. Nein, ich werde dich richtig verlassen. Müssen und wollen.

Ich hatte es mir so ausgesucht. Nun verbringe ich die letzten Tage mit dir. Wir verbringen sie intensiv, insofern Zeit dafür ist. Du weißt, du bist eine tolle Stadt. Deine Ecken und Kanten weiß man zu schätzen. Die bayerische Verschlossenheit gegenüber Fremden, dein modischer Stil, der immer top gepflegt ist, aber nichts Außergewöhnliches zu bieten hat. Deine kleinen Cafés, die kleinen Kinos in denen ich mich gerne aufgehalten habe und nicht zu vergessen, die Grünflächen mit dem Eisbach im Englischen Garten oder den Nebelschwaden der Grillmeister am Flaucher. Deine kleinen und großen Feste wie zum Beispiel das Tollwood und die Wiesn. Das schicke Schwabing, das Glockenbachviertel, die Surfer am Haus der Kunst. Ja, dies alles und noch viel mehr wird mir fehlen. Du bist die Stadt in der ich mich zu Hause gefühlt habe. Wir kannten uns bis aufs kleinste Detail. Wir harmonisierten. Du und ich.

Jetzt muss ich losziehen. Mit einem neuen Ziel. Einer noch unbeschriebenen Zukunft. Eine neue, viel größere Stadt wartet auf mich. Kein Millionendorf, wie du es bist. Eine Stadt in der die Geschäfte auch mal nach 20 Uhr noch offen haben, eine Stadt in der man nicht schläft, eine Stadt die so ganz anders ist wie du.

Ich werde dich nicht vergessen. Ich werde dich wieder aufsuchen, wenn ich Geborgenheit brauche. Ich werde dich vermissen, das kann ich dir jetzt schon versichern. München, du bist toll!

3. Juli 2010

Sommer auf der Haut.

Sonnenstrahlen

Man mag es kaum glauben, aber die Sonne zeigt sich diesen Sommer tatsächlich noch in unseren Breitengraden. Danke, Klimaerwärmung!

Glückskleeblatt

Gute Frage. Bisher kannte ich es nicht. Also doch, aber nicht als Zwischenraum. Es ist komisch. Man ist so sehr spezialisiert auf eine Person und plötzlich, ist man auf sich alleine gestellt. Man kann kaum mehr laufen – muss es erst wieder neu erlernen. Weiß nichts mit sich anzufangen. Freunde – das ist das richtige Stichwort. Man hat ja noch Freunde, die man in letzter Zeit vernachlässigt hat. Zum Teil aber nur – ganz und gar vergessen, wäre sichtlich nicht der Sinn einer Freundschaft.

Man trifft Freunde, die man vor kurzen erst gesehen hat und welche, mit denen man schon lange nichts mehr gemacht hat. Das Leben verteilt sich wieder auf mehrere Menschen. Es wirkt abwechslungsreicher. Es entsteht Stress. Positiver Stress. Man springt von Treffen zu Treffen. Man muss sich erholen von all diesen Anstrengungen. Möchte mal was alleine mit sich selber machen. Sich erholen. Doch dazu bleibt kaum Zeit, schon wird man gefragt, ob man mitkommen möchte, die nächste Nacht durchzutanzen.

Aber man freut sich auch wieder, wenn man sich zurückfallen lassen kann. Auf gewohnte Muster. Wieder jemanden hat, der fast ganz für einen da ist und den man am liebsten gar nicht mehr gehen lassen will.

Sekt zum Frühstück
Danny Sotzny [SmithersLE]

Verabschieden tut weh. Dachte ich bisher auch, ist aber nicht so.

Also vielleicht schon, aber bei jedem vielleicht letzten Treffen denke ich mir, das ist es nicht. Du wirst diese Person nicht erst wieder in einem halben, ganzen Jahr oder vielleicht nur noch auf facebook sehen. Aber es kann gut sein, dass es so kommt. Die Zeit ist nämlich flinker als so mancher Mensch. Man möchte es einfach nicht wahrhaben, diese Person erst einmal das letzte Mal gesehen zu haben. Nein, es wird sich bestimmt noch eine Möglichkeit in den paar restlichen Tagen für ein Treffen bieten. Man muss ja auch nur noch diversen anderen Menschen lebe wohl sagen.

Man wird Verabschiedet, es gibt Kuchen und Geschenke. Es macht glücklich, weil man weiß es beginnt was neues. Aber ebenso macht es traurig. Leute, die man lieb gewonnen hat, Freundschaften die über die Jahre entstanden sind einfach so von heute auf morgen aufgeben zu müssen. Klar, werden ein paar wenige Freundschaften erhalten bleiben – trotzdem sieht man sich nicht mehr so oft wie sonst. Jeder lebt sein eigenes Leben, es gibt kaum Überschneidungen mehr. Man muss das alte Leben für eine Weile verlassen.

Und im nächsten Augenblick wird man schon mit Pauken und Trompeten, mit Sekt und Häppchen im neuen Leben empfangen.

Regentropfen
Mr.Mac2009

Ach ja, die Zeit vergeht. Sie tickt. Immer tickt sie. Manchmal hört man sie aus der Ferne leise sekündlich den Tack angeben und manchmal ist sie gar so laut, als würden die riesigen Zeiger der Lebensuhr direkt neben dem eigenen Ohr umschlagen. So war es in letzter Zeit. Der Stress, der ja auch positiv sein kann, hatte mich gefangen gehalten.

Nun konnte ich mich befreien – ihm entfliehen um hier und dort mal wieder eine Textzeile zu verfassen oder den einzelnen Tropfen beim Herunterfallen Namen zu geben. Allgemein sind dies aber eher Namen wie Heinz-Detlef, Brunhilde, Hans-Peter-Anton und Dörrte. Namen die mir persönlich nicht gefallen ebenso wie dieses Nass vor der Türe was einen zu erdrücken versucht. Wie lange der Regen noch anhält ist ungewiss. Die letzten Wochen waren jedenfalls unschöner, als es unschön überhaupt sein könnte.

Wo bleibt die Sonne, die wenn sie mich morgens anlächelt einen ganzen Tag glücklich machen kann. Ich an diesen Tagen die Stadt liebe wie eh und je – auf dem Gehweg nicht mehr träge und öde herumlaufe sondern vielmehr voller Genuss und Frische in der Nase von einem Pflasterstein zum nächsten springe. Aber irgendwie flüstert mir jemand ins Ohr, dass der Sommer ins Wasser fällt. Ich mag es nicht glauben und hoffe, dass er sich noch ans Ufer retten kann um nicht ganz zu ertrinken – dies wäre fatal. Was wäre ein Leben ohne den Sommer? Man munkelt, es wäre nicht lebenswert und kalt. Ob es nun wirklich so ist kann man dieses Jahr wohl schon einmal testen – ein Probeabo also für ein Leben ohne Sommer bzw. ohne die Eigenschaften des Sommers.

Aber das Leben hat ja auch noch viel mehr zu bieten und auch die Stadt. Die werde ich mir nämlich die nächsten Wochen noch einmal genau ansehen müssen. Man weiß ja nie, wie lange man noch an diesem Ort verweilt, der sekündlich in die Vergangenheit rückt. Ich höre es ticken. Ganz laut, neben mir. Als würden die Zeiger der Lebensuhr direkt an meinem Ohr umschlagen.

Zuhause

Wo bin ich eigentlich daheim? Hier oder dort? Dort oder da? Da oder anderswo? Anderswo oder hier?

Mich hat es fast ein wenig erschrocken, als ich mir mal wieder dachte: Nein, hier bist du nicht mehr lange. Hier haltest du es nicht mehr lange aus. Das ist nicht dein Zuhause. Es war dein Zuhause. Es war.

Natürlich, Familie ist wichtig. Man braucht sie. Sie gibt einen Kraft, Ratschläge und Liebe. Aber doch bitte keine 24 Stunden sieben Tage in der Woche. Ok, so lange ist es gar nicht – bin zu selten daheim, für so viel Zeit. Aber dazu muss man erwähnen, dass mir die 3 Stunden vier Tage in der Woche auch schon genügen. Die Zeit ändert sich. Die Erde dreht sich weiter. Auch ich muss weiter und mich ändern.

Es sind die Kleinigkeiten, die einen stören. Kleinigkeiten, die zu riesigen Mostern anwachsen. Die Art, die Einstellung, von alle dem braucht man nach so vielen Jahren ein wenig Abstand. Dazu muss man los lassen können. Beide Seiten müssen das. Auch wenn das für eine Seite schwerer ist als für die andere. Es geht. Es wird gut gehen. Man gewöhnt sich an alles.

31. März 2010

Der Sommer ist Berlin.

I love Berlin
urbanartcore.eu

Zumindest der Mai. Mehr ist noch nicht sicher. Geplant ist dennoch einiges. Sicher ist aber schon unsere Reise nach Berlin Ende Mai. Es wird geguckt, gegessen und gerochen. Berliner Luft soll ja eine ganz Zauberhafte sein. Berlin wir kommen!

Vielleicht die zukünftige Heimat, die uns dort erwartet. Ein paar Kilometer entfernt von dem München, was einem doch auch ans Herz gewachsen ist. Aber was will man in einer Stadt in der jeder jeden kennt? Verweilen? Nicht auf Dauer. Es müssen neue Orte entdeckt und erobert werden. Die kleinen Details erforscht werden. Das neue.

Was nun noch fehlt, ein Wohnplatz. Ein Ort an dem man sich zu Hause fühlen kann. In den man gerne kommt. Wo man sich sicher fühlt. Geborgen. Die richtigen Mitmenschen fehlen noch. Aber das kommt. Alles mit seiner Zeit. Nun wird erst einmal geguckt, gegessen und gerochen. Der Mai ist Berlin.

19. März 2010

Zeitlos leben.

Uhrzeit

Für was ist eigentlich Zeit da? Das sie einen stresst, das sie einen warten lässt? Früher gab es sie auch nicht. Zumindest nicht so, wie es sie heute gibt, also ohne Uhr und Terminplaner. Sollten wir uns generell nicht so fest an etwas binden, das uns vorgeben wird? Ist es nicht besser, ohne zeitliche Gedanken in den Tag hinein zu leben. Ohne Stress und ohne warten.

Vorfreude ist auch so einer dieser zeitlich begrenzten Räume. Sie soll angeblich die schönste Freude sein. Stimmt. Fast. Was ist wenn aus der Vorfreude nicht mehr als nichts wird? Man ist enttäuscht. Also freut man sich das nächste Mal erst gar nicht mehr, bleibt skeptisch ob das Vorhaben Bestand hält. Vielleicht wird am Ende doch wieder alles abgeblasen und dann? Nichts ist dann. Man muss umplanen. Erneut enttäuscht sein. Unglücklich.

So ist wohl das Leben. Man lernt aus seinen Erfahrungen und das stimmt wohl wirklich immer. Aber jetzt hängt doch bitte die Uhr ab – ich möchte ein Leben ohne Zeit. Ungebunden sein. Frei!