Ein französischer Schokokuchen erblickt die Welt – eine Bilderserie. » Mehr lesen
Heute ging es in den Zoo. Weit weg von hier. Mein Auto begleitete mich auf dem Weg dort hin. Ich fuhr über Wiesen und Felder, die Luft kroch tief in meine Nase und stank nach Land. Vor mir die freie Straße. Die Songs von Mando Diao erklangen im Shuffle-Modus aus dem knatternden Autoradio. Qualität ist was anderes und wird hier auch schon lange nicht mehr gesucht.
Die Sonne blendet durch die hauchdünnen und buttermilchtrüben Wolken meine Augen. Es ertönt »Amsterdam« ich werde melancholisch und denke an meinen letzten Urlaub. Die Fahrt geht weiter. Immerhin sind es 80 ungenutzte Minuten. Vor dem Zoo sind alle Parkplätze besetzt, wodurch zu meinen bereits 15 Minuten Verspätung noch einmal zehn Minuten dazukamen.
Zuerst ging es in den Steichelzoo. Es lief sehr harmlos ab. Als man mich fragte, öffnete ich meinen Mund und sagte energisch Bund. Dann Pause. Ich las. Die Wartezeiten von einem Gehege in das Nächste war sowieso das Zeitaufwendigste. Weiter ging es mit dem Eignungstest – man will ja wissen, ob ich schlauer als diese Affen bin. War ich wohl leider nicht. Zumindest stellte ich mich nicht besonders an. Denken für die? Nicht mit mir.
Warten. Ich las. Dann kam auch schon die Ärztin und wollte so einiges Wissen. Zum Schluss krächzte und keuchte ich noch – dann ging es mir wieder besser. Abschließendes Ergebnis: Die Affen wissen nicht, ob sie mich brauche oder nicht. Endgültige Entscheidung gibt es in ein paar Wochen.
Auf dem Parkplatz vor dem Zoo entdeckte ich einen Bereich »Nur für Angestellte« und vor jedem Parkbereich war ein weiteres Schild angebracht auf dem ein Rollstuhlfahrer zu sehen war. Ich grinste. Dachte mir, da bist du wohl doch falsch und fuhr wieder heimwärts. Was habe ich gelernt: Auch wenn man auf der Landstraße mit 120 km/h unterwegs ist gibt es Leute, die einen überholen. Was nahm mir der Tag: Mein Buch.
Jetzt bin ich wieder raus aus diesem Zoo. Aus diesem Gedankenzoo. Für immer.
Vermutlich habe ich mich noch in meinem ganzen Leben so sehr auf den Frühling, ja auf den Sommer gefreut, wie in dieses Jahr. Es ist die Luft, die mitten durch den Körper strömt. Hin zum Herzen und wieder hinaus. Sie reinigt den Körper von den dunklen Winterdepressionen, schafft Platz für Neues. Für Frisches.
Bewusst wählt man den längeren Weg, durch die nach Frühling duftenden Straßen der Stadt. Man lässt den leichten Wind durch die Haare wehen und freut sich über die Prise, die das Gesicht streift. Die Kleidung wird leichter und man kann es kaum glauben, dass Schal und dicke Wintermändel zu Hause bleiben können. Man vermisst sie nicht.
Die Mittagspause verbringt man wieder im Freien und freut sich über jeden Sonnenstrahl, der einem das Gesicht erwärmt. Angestoßen wird mit einem Piccolo Sekt und innerlich ist man gespannt auf das Neue, was einem dieser Sommer nun bringt.
Unglaublich auch, wie glücklich einen das Wetter machen kann. Es sind doch nur die Wolken die verschwinden um die Sonne auf die Erde scheinen zu lassen. Sie zu erwärmen. Aber dabei ändert sich noch so viel mehr. Stühle und Tische werden auf die breiten Gehwege gerückt, die ersten genießen ihren Smoothie unter freiem Himmel und auch die Parks werden voller. Es zieht einen richtig raus in die Natur ohne das man sich währen kann. Und da vorne wartet auf einen schon das große Neue, was einem diesen Sommer erwartet. Es ist das Glück.
»Meer und Schneesturm passen genauso zusammen, wie Sonne und Meer.«
»Gute Musik macht noch lange keinen guten Tag.«
»Nicht alle Frauen die im Schaufenster stehen sind auch weiblich.«
In der Woche verbringe ich mindestens 10 Stunden in dem ÖPNV. Das ist mehr als ein ganzer Arbeitstag. Deswegen sollte diese Zeit auch nicht vergessen werden. Für mich ist sie immer sehr musikalisch, es werden Bücher gelesen, Leute beobachtet oder die Gedanken, beim Anblick der vorbeiziehenden Landschaft, ausgepackt.
Auch ist es ein Ort an dem durchaus etwas passiert. So wie diese Geschichte, die sich allerdings schon vor drei Jahren ereignete, ich aber trotzdem erzählen möchte.
Praktikum. Auf dem Weg in den tiefsten Münchner Norden. Es ist Morgen. Berufsverkehr. Die S-Bahn ist voll. Mir gegenüber sitzen zwei Freundinnen im Alter von ungefähr 22 Jahren. Reden. Reden über die anstehende Party an diesem Freitag, auf der nur Pärchen auftauchen werden und sie, die eine der beiden, aber eben als einzigster Single. Als einigste, die keinen Freund möchte, aber trotzdem frustriert ist. Angst vor dem alleine in der Ecke stehen hat sie, weil die Pärchen bestimmt voller Leidenschaft, sich wälzend verschlingen. Doof findet sie das alles. Die Pärchen. Am überlegen, der Einladung abzusagen. Es ist noch Zeit. Die Party ist erst heute Abend.
Es geht um ihren Vater. Sie würde doch so gerne ausziehen, aber er will sie nicht wirklich unterstützen. Ich höre alles mit. Unfreiwillig. Die Ohrhörer viel zu schwach, um den Schall von außen zu stoppen, ehe er in mein Ohr gelangen kann. Am Marienplatz verlasse ich die beiden und sie ziehen weiter, in die frühen Morgenstunden.
Der Tag verläuft entspannt. Es ist Freitag. Die Arbeit endet somit um 14 Uhr. Ich mache mich auf den Heimweg. Umsteigen am Marienplatz. Meine S-Bahn kommt, kaum Plätze sind frei. Einer. Ich laufe hin. Erwische ihn vor der alten Dame, die ein wenig aus der Übung ist und setze mich.
Blicke auf. Vor mir zwei Mädchen, um die 22 Jahre, die über eine Party reden auf der nur Pärchen erwartet werden und die eine der Beiden als einziger Single auftauchen würde. Sie weiß noch nicht, ob sie hingehen soll um sich das anzutun. Sie erkennt mich, wir reden. Die andere kann sich nicht mehr an mich erinnern. Wieso auch? Merkt man sich freiwillig zwölf Stunden lang die Gesichter, die einem am Morgen gegenüber sitzen? Hätte ich ihnen nicht zugehört, hätte ich am Abend auch nicht bemerkt, dass es sich hier um die selben Freundinnen handelt wie heute morgen.
Manchmal ist das Leben komisch. Manchmal auch viel zu klein und manchmal spielt sich das Leben in der komisch kleinen Welt der S-Bahn ab. Nächster Halt: Karlsplatz, Stachus. Bitte rechts aussteigen.
Wer passt zu wem? Wer hat zusammen gepasst? Wer passt vermutlich nie zusammen und wieso trennen sich Verbindungen, die so unlösbar scheinen? Ab wann ist eine Freundschaft eine Freundschaft? Wie lange hält eine wirkliche Freundschaft? Ewig? Fragen, die zum Teil keine Antworten besitzen. Fragen, die man sich trotzdem stellt.
We are your friends, you never be alone again.
Menschen ändern sich. Sie leben sich auseinander. Entwickeln sich weiter. Bekommen andere Interessen. Es ist nicht mehr so wie vor einigen Jahren, als man noch gemeinsam zur Schule ging. Gemeinsam die Nachmittage verbrachte. Jetzt arbeiten die meisten, die Freizeit wird immer knapper. Man lernt neue Menschen kennen. Findet sie interessanter, anhand gemeinsamer Interessen, Vorstellungen und der ähnlichen Lebenseinstellung.
Man muss loslassen können um woanders Gewicht aufzunehmen. Sollte man dies nicht können, kommt man in ein Ungleichgewicht. Alles wird zu schwer. Man kann nicht mehr koordinieren. Man bricht erschöpfen zusammen. Zu groß war die Last. Schade ist es trotzdem, wenn die Menschen vielleicht auch nur schleichend, aber meist unbewusst von beiden Seiten ausgehend, enden. Aus dem Leben verschwinden.
Der einzige Ort, an den man noch etwas von den Ehemaligen mitbekommt, ist der Ort der Communitys im Web. Man verfolgt die einzelnen Nachrichten, bekommt somit fast das ganze Leben des anderen mit ohne sich wirklich zu sehen, ohne in Kontakt zu stehen. Macht vielleicht gerade das Netz, also die Online-Welt, das reale Leben kaputt? Oder ist es der Platz an dem wenigstens, dass was in der realen Welt als erloschen scheint, noch ein wenig lodert?
Seit langem ist es wieder so weit. Viel zu weit in die Ferne gerückt, ist das letzte Mal. Es geht in den Urlaub. Nein, nicht im Sommer – schon viel eher. In weniger als zwei Wochen sitzen wir im Flugzeug. Diesmal mit Manuel und es geht in die Niederlande, in das Land des Käses, der Tulpen, Windmühlen und Klompen. Genauer gesagt nach Amsterdam. » Mehr lesen
Es gibt Erlebnisse, die man sich zu gerne ins wahre Leben wünscht. Allerdings sind das Träume. Träume, die nach einer Nacht beendet sind. Womöglich am nächsten Morgen gar nicht mehr abzurufen sind. Etwas, was unerbittlich nachlässt, wie Wasser in der zu einer Mulde geformten Hand. Man kann es nicht aufhalten. Will man es fester halten, neu anpacken, ist es sofort weg. Presst man die Hände zusammen, lässt irgendwann die Kraft nach und die Löcher werden wieder größer und Stück für Stück verschwindet es. Unaufhaltsam. » Mehr lesen
Der Winter zeigt sich noch einmal von seiner kalten Schulter. Fest drückt er diese auf uns, den eisigen Temperaturen unfliehbar. Aber der neue Schnee auf Straßen, Wegen und Feldern lässt das innere Herz tanzen – ein kleiner, warmer Fleck im Körper. » Mehr lesen
Es gibt Tage, Wochen, nein auch Monate in denen man umherirrt irgendwo und doch nicht dort wo man sucht. Man sieht aber findet nicht. Es ist verrückt, steinig, spannend und doch erfüllt es einen nicht. Es lässt einen gehen. Alleine. Gedankenvollgestopft geht man Schritt für Schritt. Immer weiter nach vorne, auf der Suche nach etwas neuem. Etwas unbekannten. Man entdeckt aber findet nicht. » Mehr lesen








