Nachdem nun die Karten gekauft sind, kann es losgehen mit der Vorfreude. Eine Vorfreude, die noch bis zum 8. April anhalten darf, dann wird es soweit sein: Die Jungs von Two Door Cinema Club werden im Münchner Atomic Café auftreten und ihre Songs zum Besten geben.
Der Hype ist schon fast ein bisschen zu groß für die Iren, die erst heute, am 5. März ihr erstes Album veröffentlichten. Tourist History soll es heißen und erscheint beim Label Kitsuné, bei denen auch Künstler wie Crystal Castles, Hot Chip, La Roux, The Whitest Boy Alive und Wolfmother unter Vertrag stehen. Aber zurecht wird viel Wind um die neue Band am Indie-Himmel gemacht. Ihr Album regt zum Bewegen an. Die Gitarrenklänge treffen auf die verspielten Basslinien und hinzu kommen ein paar Drums aus dem Computer, dies verleiht den Songs ein gewisses Tempo, bei dem kaum einer mehr ruhig stehen bleiben kann.
Die drei Jungs, die ohne einem Schlagzeuger zurecht kommen, sind auch schon auf den Plakaten der großen Festivals wie Hurricane und MELT! zu finden. Das will was heißen. Hier nun noch das Video zu Something Good Can Work.
Diesen Winter hat es mir ein neues Genre sehr angetan. Es klingt nach mehr als kommerzieller Musik. Sie klingt handgemacht, frei, verspielt, kreativer als so manch andere Musikstile. Es ist der Folk, von dem ich nicht mehr loskomme. Egal ob Beirut, Iron & Wine, Frsika Viljor, Fleet Foxes oder Mumford & Sons. Alles unglaublich hörenswerte Bands und das ist nur ein Teil von vielen großartigen Folk-Künstlern. Heute stelle ich Letztere vor.
Mumford & Sons gibt es seit 2008. Sie kommen aus London und bestehen aus Marcus Mumford (Sänger, Gitarre), Winston Marshall (Banjo, Dobro), Ben Lovett (Keyboard, Akkordeon) und Ted Dwane (Bass). Mit Letzterem hatte ich sogar schon ein kurzes Gespräch, als ich im Münchner Atomic Café nach meinen verloren gegangenen iPod suchte und Mumford & Sons gerade ihren Soundcheck hatten. Ihr erstes Album Sigh No More erschien im Herbst 2009 und schaffte es in Großbritannien auf den siebten Platz der Albumcharts.
We don’t think we’re the greatest band ever and we don’t think that we’re the only band anyone should listen to because we love too many other bands to say that. But we are proud of what we do.
Was macht diesen Folk so besonders? Es sind die heimatlichen Musikinstrumente, die mit in die Lieder eingebaut werden, der Schrei nach Freiheit, Natur und dem Leben. Die traditionellen Texte vermitteln ein Gefühl von Bodenständigkeit. Heimatliebe. Ich höre diesen Klängen gerne zu auch nach dem Winter. Hier nun aber erst einmal noch der Song Winter Winds aus dem aktuellen Album.
Die heutige Band wurde schon einmal im Song of the Week aufgeführt, damals aber noch bei Twitter und weil ich sie einfach erstklassig finde und unbedingt für erwähnenswert halte, wird sie nun nochmal, mit ein bisschen mehr Text als damals, von mir vorgestellt.
Es handelt sich um die genialen Official Secrets Act, eine Band aus vier Musikern, die sich in Leeds gegründet haben. Dort lernten sich Tom Charge Burke (Gesang und Gitarre), Michael Andrew Evans (Gitarre, Synthesizer und Gesang), Lawrence James Diamond (Bass und Gesang) und Alexander Dunlop MacKenzie (Schlagzeug und Gesang) während ihres Studiums kennen. Sie wollten eine Band gründen, die sowohl leidenschaftlich und intelligent zugleich ist. Das haben sie geschafft.
Ich habe sie Anfang diesen Jahres über MySpace kennenlernen dürfen und war sofort von ihren damals drei/vier Songs so begeistert, dass ich auch gleich eine Freundin mit ihren Songs begeistern konnten und wir uns sofort, aus Angst es könnte ausverkauft sein, Konzertkarten für ihr erstes Konzert in München, Anfang März, gekauft haben. Dem war natürlich nicht so. Es gab keinen Ansturm auf das Atomic Café, in dem sie ihren Auftritt hatten, wie damals bei den Blood Red Shoes. Nein, wir waren sogar die einzigen die vor dem Öffnen der Tür anstanden und gespannt noch die letzten Klänge der Probe mitverfolgt haben.
Innen war kaum was los. Der Glitzervorhang hing hinter den schon aufgestellten Instrumenten der Band. Bis zum Beginn war noch ein wenig Zeit. Wir haben uns derzeit noch etwas abseits an die Bar gesetzt und uns überlegt, ob es denn eine Vorband gibt. Die gab es nicht. Zu klein die Hauptband an diesem Abend. Als wir dann endlich die ersten Gitarrenklänge hörten sind wir in Richtung Bühne gegangen und haben uns dort zu den anderen Zuhörern gestellt, die hatten dort einem Halbkreis vor dem Podest gebildet. Ganz schüchtern standen sie dort. Als hätten sie ein wenig Angst. Es lag wohl eher daran, dass noch kaum jemand etwas von der noch unbekannten Band gehört hatte, die erst am 4. April, also fast einen Monat später, ihr Album Understanding Electricity veröffentlichte.
Es war unglaublich, mit wie viel Gefühl Tom dort einen Meter vor uns die Songs performt hatte. Wie er im Takt mit seinen Schuhe mitgegangen ist und in seiner schwarzen Röhrenjeans über die Bühne gehüpft ist mit der Gitarre im Arm, die an dem eingedrehten Kabel immer mitgezogen wurde. Es stimmte einfach alles. Die Unbekanntheit. Die Ausdrucksstärke der Band. Die Atmosphäre in dem kleinen Atomic Café. Man war fast eins mit der Band, die dort ganz nah vor unseren Augen spielte. Auch wenn die maximale Bewegung des Publikums ein leichtes Wackeln mit dem Kopf war, die Band hatte es zum Schluss sogar geschafft, den Halbkreis näher an den Bühnenrand zu bringen. Ich war begeistert und bin es immer noch. Für mich sind sie die neuen Kooks. Nächstes Jahr werden sie die Festivals rocken, da bin ich mir sicher. Verdient hätten sie es bei einem Album bei dem jeder Song etwas Besonderes ist.
Nachdem ich letztes mal ihre erste Single-Auskopplung So Tomorrow als Song of the Week außerwählt habe, wird es diesmal die dritte Auskopplung aus ihrem Album. Der Song heißt Bloodsport und ist seit dem 15. Juni 2009 als Single zu kaufen.
Konzerte haben sie derweil in Deutschland nicht geplant, aber das wird sich eventuell ändern. Wobei man dazusagen muss in München sind sie mittlerweile schon zweimal aufgetreten. Sollten die Jungs trotzdem nochmal hier herkommen, kann ich nur jedem, der Bands mag die sich im Genre Indie, New Wave, Pop aufhalten, empfehlen ein Konzert zu besuchen. Es wird sich lohnen.