Öffne dich! Öffne dein Herz und deinen Kopf. Lass das alte fliegen und fühl dich leer um zu schweben, soweit du willst, in der leichten Frühlingssonne. Die Straßenzüge erstrahlen so freundlich, der Geruch von Frische vermischt sich mit den arabischen Gewürzen. Ein Zauber liegt in der Luft, den es gilt einzufangen. Dreh dich im Wind, um dich selbst herum. Lass die Beine baumeln. Unter dir das Leben, über dir die Freiheit.
So das Motto dieser sonnigen Tage. Die Stadt des Sommer bereitet sich auf die heißen Monate vor und zeigt sich schon jetzt von all den wunderbaren Seiten. Es glänzt und glitzert. Mit der rosaroten Brille rennt man umher um nur das wahr zunehmen, was das Glück in einem wecken lässt. Musik dringt aus den bassreichen Boxen die im Grünen stehen. Tanzend stehen Menschen im Tageslicht, mit Bier im Rauch. Immer im Rhythmus. Immer im Takt. Im Takt der Stadt, die aufblüht und ihre prachtvollen Farben überall zeigt.
Mit der U-Bahn in den nächsten Stadtteil surfen. Den Leuten entgegentanzen und ihnen ein freudiges Lächeln auf das Gesicht zeichnen. Alles draußen, alles im Schein der Sonne. Wenn ihr es nicht glaubt, ich zeige euch was ich meine. Hand in Hand – gemeinsam.
Vermutlich habe ich mich noch in meinem ganzen Leben so sehr auf den Frühling, ja auf den Sommer gefreut, wie in dieses Jahr. Es ist die Luft, die mitten durch den Körper strömt. Hin zum Herzen und wieder hinaus. Sie reinigt den Körper von den dunklen Winterdepressionen, schafft Platz für Neues. Für Frisches.
Bewusst wählt man den längeren Weg, durch die nach Frühling duftenden Straßen der Stadt. Man lässt den leichten Wind durch die Haare wehen und freut sich über die Prise, die das Gesicht streift. Die Kleidung wird leichter und man kann es kaum glauben, dass Schal und dicke Wintermändel zu Hause bleiben können. Man vermisst sie nicht.
Die Mittagspause verbringt man wieder im Freien und freut sich über jeden Sonnenstrahl, der einem das Gesicht erwärmt. Angestoßen wird mit einem Piccolo Sekt und innerlich ist man gespannt auf das Neue, was einem dieser Sommer nun bringt.
Unglaublich auch, wie glücklich einen das Wetter machen kann. Es sind doch nur die Wolken die verschwinden um die Sonne auf die Erde scheinen zu lassen. Sie zu erwärmen. Aber dabei ändert sich noch so viel mehr. Stühle und Tische werden auf die breiten Gehwege gerückt, die ersten genießen ihren Smoothie unter freiem Himmel und auch die Parks werden voller. Es zieht einen richtig raus in die Natur ohne das man sich währen kann. Und da vorne wartet auf einen schon das große Neue, was einem diesen Sommer erwartet. Es ist das Glück.
Es gibt Tage, Wochen, nein auch Monate in denen man umherirrt irgendwo und doch nicht dort wo man sucht. Man sieht aber findet nicht. Es ist verrückt, steinig, spannend und doch erfüllt es einen nicht. Es lässt einen gehen. Alleine. Gedankenvollgestopft geht man Schritt für Schritt. Immer weiter nach vorne, auf der Suche nach etwas neuem. Etwas unbekannten. Man entdeckt aber findet nicht.
Irgendwann passiert es dann doch. Man ist mitten drin. Mitten in dieser Verbundenheit, die einen so viel Kraft verleiht. Ist es dieser Herbst? Dieser fast noch zu warme Winter, der zum Frühling geworden ist? Man lacht und marschiert fröhlich durch die Straßen, obwohl über einem düster und kalt die nassen Wolken hängen und darauf warten, bis der nächste Windstoß sie weiterschiebt. Vollgefüllt, bis sie irgendwann platzen und ihren gesamten Inhalt über einen ergießen.
Man wird nass. Der Kopf spielt verrückt. Er malt sich aus, was er sich nicht ausmalen sollte. Es entsteht ein Kunstwerk, aber kaum weicht ein Gedanke ab, wird es ganz düster – viele dunkle Farben breitet sich auf der Leinwand aus. Es ist vermutlich unbegründet, aber diese Angst wird wohl nicht so leicht aus dem Kopf herausgezogen werden können. Aber es passiert, dass Sekunden später auf dem Bild viele bunte Farbkleckse erstrahlen, und alles andere schon wieder vergessen ist.
Man haftet mit den Gedanken an den letzten, gemeinsamen verbrachten Stunden. An die Zeit die man schon nach dem Umdrehen vermisst und man ist wieder gedankenvollgestopft. Will sehen. Will spüren. Aber man weiß, man hat gefunden was man gesucht hat. Man denkt, man grinst und alle fragen.
Etwas wichtiges, das plötzlich in das suchende Leben getreten ist. In den Alltag gestolpert ist, die Tür ohne zu klopfen geöffnet hat. Man wurde aus dem verstaubten Sessel gezogen, um die Welt neu gezeigt zu bekommen. Eine Welt ohne Ende. Ein Horizont, der nie näher kommt. Wir laufen zusammen. Zusammen weiter in Richtung Glück. Die Sonne über uns, in Gedanken.