Dem Ziel ein Schritt näher. Dennoch nicht die Linie des Erfolgs überlaufen. Vor uns, in der Ferne nur das noch gespannte Band zu erkennen, welches im Wind flattert und sich auch nicht so recht entscheiden kann, in welche Richtung es sich dehnen soll. Oder ist es der Wind, der zu bestimmen versucht, wohin der Weg des Bandes führt. Später bin ich es wohl, der das Band bis zum Maximum spannen wird, bis es letztendlich auseinanderreißt.
Ich fühle mich schuldig, hatte ihm den Weg vorgegeben und es dabei kaputt gehen lassen. Mit diesen Gedanken in den Zieleinlauf gerannt und noch dabei zugesehen, wie etwas Verbundenes für immer getrennt wird. Würde man versuchen die Wunden zu flicken, wäre die Bindung nie wieder so fest wie zu Beginn, als jedes Atom seinen Nachbarn umarmte – sie schafften ein Ganzen, es gab keine Lücken, keinen Riss. Jetzt ist es ein Knoten, der jedem Atom die Luft abschnürt und so versucht, verbinden, was zu verbinden geht. Es ist nur noch der Wunsch, der schon lange nicht mehr hält.
Nach dem Zieldurchlauf, geht die Laufbahn weiter. Hinter mir wird ein neues, ganzes Band gespannt. Nun ist es wieder vor mir: Ein neues Ziel, was gilt zu erreichen. Ich werde weiterrennen, mein Leben lang. Mit der Hoffnung, das mein nächstes Ziel nicht das Letzte ist. Es wäre der Tod.
Es gibt tatsächlich Menschen, die vermisst man mehr als andere. Freunde, die vielleicht gar nicht so die engsten Freunde waren. Leute, denen man nur einmal kurz im Leben begegnet ist oder jemanden mit dem man schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gespielt hat.
Man sehnt sich nach Nähe und Gesprächen. Würde die Zeit am liebsten zurück drehen. Das damals Erlebte wiederholen und erweitern. Wieso in der Vergangenheit leben, wenn wir doch schon längst in der Gegenwart angekommen sind? Weil dort Leute sind, die heute weit entfernt leben. Weil dort Leute sind, mit denen man kaum mehr spricht. Weil dort Leute sind, die heute fehlen. Es sollte alles nicht so schwierig sein, diese Zeit in die Gegenwart zurück zu holen – aber es ist einfach zu schwer an alte Zeiten anzuknüpfen. Alles ist anders, nichts mehr so wie damals.
Es war schön und außer der Akzeptanz bleibt einem nichts weiter. Die Erde dreht sich weiter, das Leben auch. Somit gibt es eine schöne Vergangenheit, aber auch eine schöne Zukunft, die eben noch nicht erkennbar ist. Diese versteckt sich noch ein wenig – was es wohl so schwierig macht, sich ihr anzuvertrauen. Bei dem Vergangenen weiß man was man hat, bei dem was noch vor uns liegt weiß man dies alles nicht. Jetzt bleibt uns also ein leeres Blatt auf dem wir den ersten Strich setzen und somit alles weitere Beeinflussen. Dieser Strich bleibt nämlich für immer und wird somit ganz automatisch vertraut.