München ist kalt. Sehr kalt. Es war Ende Dezember, als diese Bilder entstanden. Ein paar Tage ist es schon her. Aber dennoch eine kleine Auswahl von meiner Tour, die am Hauptbahnhof begann, vorbei am Alten Botanischen Garte, über den Königsplatz in Richtung Universität. Weiter zum Alten Nordfriedhof, dann quer durch Schwabing hin zur Münchner Freiheit. Von dort aus ging es mit der U-Bahn zur Allianz Arena. Dort noch einige Meter auf den Fröttmaninger Müllberg und wieder zurück.







Mehr Bilder gibt es auf meinem flickr-Photostream.
Von BBC wurden sie zu den 15 angesagtesten Künstlern 2010 gewertet. Ich hatte das Glück, sie im Februar letzten Jahres live sehen zu dürfen. Hatte zuvor weder was von ihnen gehört noch gelesen. Sie waren damals Support von Bloc Party. Ein Ton. Ein Ohr. Sie wurden Freunde. Live so schön elektronisch. Tanzbar. Sehr!
Es geht um die Band aus Manchester. Delphic. Das Album ein Genuß. Jeder Song sein eigener.
The guitar is dead, long live the guitar.
Die Single This Momentary wurde schon am 31. August 2009 veröffentlicht. Aber trotzdem ist Delphic hierzulande noch wenig bekannt. Das Video zur Single wurde dreimal für den UK Music Video Award nominiert. Ihr Debutalbum Acolyte ist seit dem 11. Januar diesen Jahres auf dem Markt. Die Tourdaten gibt es auf ihrer MySpace-Seite.
Wir drücken Play. Wir tanzen. 3, 2, 1, Disko!
Der Sommer, der dieses Jahr kaum da war. Sich immer wieder hinter dicken und kühlen Wolken versteckt hat, hatte viel zu selten die schönen Sommertage mit sich gebracht. Es gab nur ganz wenige dieser Nächte, die einfach eine Ewigkeit anhalten können. Nächte in denen man leicht bekleidet durch die Stadt gleitet, in der immer noch Temperaturen herrschen, wie nachmittags im Schatten. Ich liebe diese Nächte, sie haben etwas von Freiheit, Unbeschwertheit. Einfach Leben.
Meistens gibt es dazu ein Musikstück, das einem gar nicht mehr aus dem Ohr gehen möchte. Es nistet sich dort ein, wie ein Kuckuck in ein fremdes Nest. Bei mir war es sogar eine ganze Band, die sich dort ausgebreitet hat. Eine Band, die ich durch tolle Freunde kennengelernt habe. Diese Band kommt aus München und heißt UhOh und besteht aus Nina Casey, Bunny Buzz, The Clever Kid, T. Bot und Van Szell. Sie klingen verspielt und verbreiten mit ihrer Musik eine gewisse Welle gute Laune. Es macht einfach Spaß sie zu hören, genau das Richtige für einen Sommer, der keiner sein möchte.
Auf dem Theatron in München durfte ich sie wenige Tage, nach dem Kennenlernen auch gleich live betrachten. Eine tolle Show, die die Jungs und Mädels von UhOh mit zusätzlicher Begleitung dort abgezogen haben. Überall flog das Konfetti herum, alles glitzerte und die selbst gemachten Kostüme hatten einfach Charme. Eines dieser bezaubernden Kostüme, war eine einfache Lichterkette, die ganz ohne Gestell, wie bei manch anderen Künstlern auskam und deren Kabelenden einfach nach hinten weg gingen und dort in einer Steckdose verschwanden. Dabei sah sie immer noch gut aus und hatte keine Probleme, ohne Einschränkungen weiter zu tanzen.
Solltet ihr auch auf die Idee kommen und auf eines der Konzert von UhOh gehen, vergesst nicht Eure glitzernden Accessoires. Live könnt ihr sie am 5. September beim Starmelt Club (Muffatcafé) in München sehen und an folgenden Daten:
09. September 2009 (Grüner Jäger) Hamburg
10. September 2009 (Blue Shell) Köln
11. September 2009 (Ilses Erika) Leipzig
12. September 2009 (N.BI.) Berlin
Bin hier, bin dort. Wo bin ich zu Hause? Wo fühle ich mich wohl? Zum Schlafen komme ich vorbei, ist es deswegen schon gleich ein Zuhause? Meine Gedanken sind schon längst nicht mehr hier. Sie sind weiter gezogen. Weg von hier. Von dem Hier, in dem ich mich nicht mehr wirklich wohl fühle, das sich nicht mehr nach einem Zuhause anfühlt. Das Hier ist ein Ort geworden. Ein Ort der einfach existiert, durch den man hindurchfahrt ohne ihn weiter zu beachten. Er hat keinen lustigen Namen, er ist nicht besonders. Wo sind all diese tollen Menschen, die sich auf Straßen und in den Parks tummeln? Es ist einfach nicht meine Welt, die spielt sich woanders ab. Aber ganz sicher nicht hier. Ich brauche Bewegung um mich. Leben. Es gibt keine Beziehung mehr zu dem Hier. Die Frage ist auch was hält mich und die Antwort ist ganz klar: Nichts. Familie kann man besuchen, dass sollte reichen. Die Gedanken sind auch gar nicht weit weg. Nur ein paar wenige Kilometer. Und genau diese Kilometer würde ich am Liebsten sofort auf mich nehmen um wieder komplett zu sein, mich als ganzer Mensch zu fühlen. Glücklich zu sein.
Es ruft mich die Veränderung. Der Durchbruch. Ich muss raus. Raus aus diesen engen Räumen, wo ich mich so unter Beobachtung fühle. Es wäre übertrieben, wenn ich es als schlimm bezeichnen würde, aber es geht auch ganz ohne. Und wenn ich dann mal in meinem vermeidlichen zu Hause bin, verkrieche ich mich in den einzigen Raum, der mir bleibt. Alleine.
Ich will raus. Schaffe es aber nicht dagegen anzukämpfen, etwas zu ändern. Warte lieber darauf das etwas auf mich zugeflogen kommt und mich mitnimmt, raus aus dieser kleinen Stadt. Aber da kommt nichts. Woher soll man auch wissen, dass hier einer sitzt und wartet. Ich muss aufstehen. Initiative zeigen. Die Schritte eigenständig vorwärtsgehen. Aber dazu müsste ich mit vielen fremden Menschen reden, die bestimmt alle ganz lieb sind. Aber ich mag keine Produkt sein, dass sich präsentieren muss. Überzeugen muss, gekauft zu werden. Das man es als Accessoire in die Wohnung stellen kann. Ich möchte im hintersten Eck entdeckt werden, als besonderes Einzelstück. Das schon ein wenig verstaubt, lange auf jemanden wartet, der damit glücklich wird. Eben etwas Besonderes sein.
Soll ich nun wirklich zum Hörer greifen und mich bei beliebigen Wohngemeinschaften anmelden, um dann wenige Tage später vor der gesammelten Mannschaft, die auf dem Sofa mit Chips und Cola sitzend mich empfängt, antreten. Mein Programm abspielen und wenn ich nicht lustig genug bin, werde ich einfach weggezappt. Dann kommt das nächsten Programm und hat einen Versuch. Nein, dass kann und will ich nicht. Aber wann wird wer auf mich zukommen und mir ein Platz in seiner Wohnung anbieten? Höre mich schon um, bloß kenne ich so wenige Leute die dort schon wohnen, wo meine Gedanken längst sind. Komme einfach keine Schritte voran und das Schlimme: Ich bin selber daran schuld.
Ich will doch rein ins Leben. Rein nach München.
Langsam mache ich mir Sorgen darüber, die Musik könnte hier an die erste Position rutschen. Das ist nicht, dass was ich bezwecken möchte. Es gibt auch andere Einträge und die warten schon in meinem Kopf endlich verfasst zu werden, allerdings fehlt oft die Zeit und dann drückt es hier und dann mal wieder dort. Ich werde jedenfalls versuchen, hier kein reines Musik-Blog zu erstellen, falls nichts anderes hilft, hatte ich mir auch schon überlegt die Kategorie als fest-erscheinend herauszunehmen und sie unter einem anderen Namen immer dann zu verwenden, wenn mal wieder eine neue Hörprobe von einer interessanten Band notwendig ist. Aber das werde ich mir noch in den nächsten Wochen überlegen und dann einen Entschluss fassen. Bis dahin gibt es wieder wie jeden Montag eine Kostprobe einer neuen tollen Band.
Heute geht es um vier Münchner Jungs, die ich hoffentlich bald auch live sehen werden darf. Momentan arbeiten sie an ihrem ersten Album. Ein Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest. Zu der noch sehr jungen Band gehören Zlatko Pasalic (18, Gitarre/Gesang), Franz Klein (17, Bass), Pascal Fischer (19, Gitarre) und Janis Gursky (17, Schlagzeug). Sie nennen sich Lucky Fish und machen allesamt tollen Indie-Rock, der sich keinesweg verstecken muss. Auch die Live-Aufnahmen aus den Auftritten, die sie in und um München hatten sind sehr zu empfehlen.
Noch gibt es nur eine EP der Band bei iTunes oder auch Amazon zu kaufen, darauf auch ihr Song Love’s Only Good, zu dem vor kurzem ihr erstes Video gedreht wurde, welches am 8. Juni 2009 präsentiert wurde. Sehr amateurhaft wurde es aufgenommen, aber genau das ist das Schöne, das Besondere, was ich so gerne an den kleinen Bands mag. Also eine Band aus der Straße, Jungs mit denen man noch vor paar Jahren im Sandkasten gespielt hat, tolle Musik aus der Heimat. Ich bin schon von ihren ersten fünf Songs begeistert und freue mich schon auf weitere Songs von Lucky Fish und auf ein hoffentlich baldiges Konzert.
Aus aktuellem Anlass geht es heute um eine Band, die ihr Album schon vor längerer Zeit veröffentlicht hat. Genauer gesagt vor knapp zwei Jahren, am 14. September 2007. Es ist eine deutsche Band aus Duisburg, bestehend aus Matthias Schmitz (Gesang und Gitarre), Leonard Schuppar (Gitarre), Andre Lapehn (Bass) und Guido Conrad am Schlagzeug.
Warum nun so aktuell? Wie viele bestimmt schon bei Twitter mitbekommen haben, war ich gestern mit Christine auf dem Konzert der Kilians in München. Nein, heute geht es nicht um den schwulen Indie-Pop der Dinslakener (wie sie ihre Musik selber nennen), sondern um deren Support, der die Kilians die gesamte Tour über begleitet hat. Die Rede ist von Leo Can Dive, eine Band von der ich vor dem Konzert keinen einzigen Song gekannte. Im Zeitstress hatte ich nur schnell ihr MySpace-Profil überflogen, was sie allerdings mir gegenüber unsympathisch machte, da sie so direkt darauf hinwiesen, dass sie alle Raucher und Non-Vegetarier sind. Mit der Einstellung habe ich dann auch ihren ersten Song angehört. Christine empfand sie als eine englischsprachige Kopie von Madsen. Nicht nur weil sich die Sänger so ähnlich sehen, sondern auch weil die Musikrichtung Überschneidungen aufweist.
Spätestens aber nach dem dritten Song stand fest, Leo Can Dive sind mehr als das. Sie haben mich mit ihrem Liveauftritt völlig überzeugt und das schaffen die Wenigsten. Sie hatten so eine unglaubliche Energie, die sie auch im Publikum verteilen konnten, dass sogar nach ihrem letzten Song eine Zugabe gefordert wurde, die leider nicht statt fand. Waren ja nur Support.
What’s up, I never thought I’d give up to crap a chance to get back but things have changed. You killed all the feeling the way what we believed in. The last time you made me see.
Nachdem die Duisburger nur zwei Videos bislang veröffentlicht haben, werde ich heute den Song Amazing vorstellen. Es gibt aber noch elf weitere tolle Songs auf ihrem Album. Welches ich mir auch heute gleich noch zulegen musste. Zugegebenermaßen, sie sind insgesamt sehr rockig, aber überzeugen auch mit ihren ruhigen Songs. Anspieltipps auf der CD sind: Gatecrasher, Emogirl und Maybe Somewhere Else. Ihre Songs sind allesamt sehr verschieden. In Amazing gehen es davon, dass man nur sich selbst vertrauen kann und bei Emogirl geht es zum Beispiel um ein Mädchen, das anders lebt, aber sehr intelligent ist. Jeder Song erzählt also seine eigene, kleine Geschichte.
Und hier nun das Video zu Amazing.
Zwischen ihrem Auftritt und den der Kilians hatten wir uns überlegt, gleich ihr Album zu kaufen. Allerdings wurde die letzte Platte ein paar Sekunden vor uns verkauft, zu recht. Andre schenkte uns stattdessen noch Buttons von der Band und war so furchtbar nett und sympathisch, wie auch der Rest der Band vorhin auf der Bühne.
Im Allgemeinen also eine wirklich erstklassige Band, die trotz einer großen Plattenfirma im Rücken noch kaum Aufmerksamkeit bekommen hat. Schade eigentlich, aber vielleicht ändert sich das nun mit ihrer Tour als Support der befreundeten Kilians.
Die heutige Band wurde schon einmal im Song of the Week aufgeführt, damals aber noch bei Twitter und weil ich sie einfach erstklassig finde und unbedingt für erwähnenswert halte, wird sie nun nochmal, mit ein bisschen mehr Text als damals, von mir vorgestellt.
Es handelt sich um die genialen Official Secrets Act, eine Band aus vier Musikern, die sich in Leeds gegründet haben. Dort lernten sich Tom Charge Burke (Gesang und Gitarre), Michael Andrew Evans (Gitarre, Synthesizer und Gesang), Lawrence James Diamond (Bass und Gesang) und Alexander Dunlop MacKenzie (Schlagzeug und Gesang) während ihres Studiums kennen. Sie wollten eine Band gründen, die sowohl leidenschaftlich und intelligent zugleich ist. Das haben sie geschafft.
Ich habe sie Anfang diesen Jahres über MySpace kennenlernen dürfen und war sofort von ihren damals drei/vier Songs so begeistert, dass ich auch gleich eine Freundin mit ihren Songs begeistern konnten und wir uns sofort, aus Angst es könnte ausverkauft sein, Konzertkarten für ihr erstes Konzert in München, Anfang März, gekauft haben. Dem war natürlich nicht so. Es gab keinen Ansturm auf das Atomic Café, in dem sie ihren Auftritt hatten, wie damals bei den Blood Red Shoes. Nein, wir waren sogar die einzigen die vor dem Öffnen der Tür anstanden und gespannt noch die letzten Klänge der Probe mitverfolgt haben.
Innen war kaum was los. Der Glitzervorhang hing hinter den schon aufgestellten Instrumenten der Band. Bis zum Beginn war noch ein wenig Zeit. Wir haben uns derzeit noch etwas abseits an die Bar gesetzt und uns überlegt, ob es denn eine Vorband gibt. Die gab es nicht. Zu klein die Hauptband an diesem Abend. Als wir dann endlich die ersten Gitarrenklänge hörten sind wir in Richtung Bühne gegangen und haben uns dort zu den anderen Zuhörern gestellt, die hatten dort einem Halbkreis vor dem Podest gebildet. Ganz schüchtern standen sie dort. Als hätten sie ein wenig Angst. Es lag wohl eher daran, dass noch kaum jemand etwas von der noch unbekannten Band gehört hatte, die erst am 4. April, also fast einen Monat später, ihr Album Understanding Electricity veröffentlichte.
Es war unglaublich, mit wie viel Gefühl Tom dort einen Meter vor uns die Songs performt hatte. Wie er im Takt mit seinen Schuhe mitgegangen ist und in seiner schwarzen Röhrenjeans über die Bühne gehüpft ist mit der Gitarre im Arm, die an dem eingedrehten Kabel immer mitgezogen wurde. Es stimmte einfach alles. Die Unbekanntheit. Die Ausdrucksstärke der Band. Die Atmosphäre in dem kleinen Atomic Café. Man war fast eins mit der Band, die dort ganz nah vor unseren Augen spielte. Auch wenn die maximale Bewegung des Publikums ein leichtes Wackeln mit dem Kopf war, die Band hatte es zum Schluss sogar geschafft, den Halbkreis näher an den Bühnenrand zu bringen. Ich war begeistert und bin es immer noch. Für mich sind sie die neuen Kooks. Nächstes Jahr werden sie die Festivals rocken, da bin ich mir sicher. Verdient hätten sie es bei einem Album bei dem jeder Song etwas Besonderes ist.
Nachdem ich letztes mal ihre erste Single-Auskopplung So Tomorrow als Song of the Week außerwählt habe, wird es diesmal die dritte Auskopplung aus ihrem Album. Der Song heißt Bloodsport und ist seit dem 15. Juni 2009 als Single zu kaufen.
Konzerte haben sie derweil in Deutschland nicht geplant, aber das wird sich eventuell ändern. Wobei man dazusagen muss in München sind sie mittlerweile schon zweimal aufgetreten. Sollten die Jungs trotzdem nochmal hier herkommen, kann ich nur jedem, der Bands mag die sich im Genre Indie, New Wave, Pop aufhalten, empfehlen ein Konzert zu besuchen. Es wird sich lohnen.