Die heutige Band wurde schon einmal im Song of the Week aufgeführt, damals aber noch bei Twitter und weil ich sie einfach erstklassig finde und unbedingt für erwähnenswert halte, wird sie nun nochmal, mit ein bisschen mehr Text als damals, von mir vorgestellt.
Es handelt sich um die genialen Official Secrets Act, eine Band aus vier Musikern, die sich in Leeds gegründet haben. Dort lernten sich Tom Charge Burke (Gesang und Gitarre), Michael Andrew Evans (Gitarre, Synthesizer und Gesang), Lawrence James Diamond (Bass und Gesang) und Alexander Dunlop MacKenzie (Schlagzeug und Gesang) während ihres Studiums kennen. Sie wollten eine Band gründen, die sowohl leidenschaftlich und intelligent zugleich ist. Das haben sie geschafft.
Ich habe sie Anfang diesen Jahres über MySpace kennenlernen dürfen und war sofort von ihren damals drei/vier Songs so begeistert, dass ich auch gleich eine Freundin mit ihren Songs begeistern konnten und wir uns sofort, aus Angst es könnte ausverkauft sein, Konzertkarten für ihr erstes Konzert in München, Anfang März, gekauft haben. Dem war natürlich nicht so. Es gab keinen Ansturm auf das Atomic Café, in dem sie ihren Auftritt hatten, wie damals bei den Blood Red Shoes. Nein, wir waren sogar die einzigen die vor dem Öffnen der Tür anstanden und gespannt noch die letzten Klänge der Probe mitverfolgt haben.
Innen war kaum was los. Der Glitzervorhang hing hinter den schon aufgestellten Instrumenten der Band. Bis zum Beginn war noch ein wenig Zeit. Wir haben uns derzeit noch etwas abseits an die Bar gesetzt und uns überlegt, ob es denn eine Vorband gibt. Die gab es nicht. Zu klein die Hauptband an diesem Abend. Als wir dann endlich die ersten Gitarrenklänge hörten sind wir in Richtung Bühne gegangen und haben uns dort zu den anderen Zuhörern gestellt, die hatten dort einem Halbkreis vor dem Podest gebildet. Ganz schüchtern standen sie dort. Als hätten sie ein wenig Angst. Es lag wohl eher daran, dass noch kaum jemand etwas von der noch unbekannten Band gehört hatte, die erst am 4. April, also fast einen Monat später, ihr Album Understanding Electricity veröffentlichte.
Es war unglaublich, mit wie viel Gefühl Tom dort einen Meter vor uns die Songs performt hatte. Wie er im Takt mit seinen Schuhe mitgegangen ist und in seiner schwarzen Röhrenjeans über die Bühne gehüpft ist mit der Gitarre im Arm, die an dem eingedrehten Kabel immer mitgezogen wurde. Es stimmte einfach alles. Die Unbekanntheit. Die Ausdrucksstärke der Band. Die Atmosphäre in dem kleinen Atomic Café. Man war fast eins mit der Band, die dort ganz nah vor unseren Augen spielte. Auch wenn die maximale Bewegung des Publikums ein leichtes Wackeln mit dem Kopf war, die Band hatte es zum Schluss sogar geschafft, den Halbkreis näher an den Bühnenrand zu bringen. Ich war begeistert und bin es immer noch. Für mich sind sie die neuen Kooks. Nächstes Jahr werden sie die Festivals rocken, da bin ich mir sicher. Verdient hätten sie es bei einem Album bei dem jeder Song etwas Besonderes ist.
Nachdem ich letztes mal ihre erste Single-Auskopplung So Tomorrow als Song of the Week außerwählt habe, wird es diesmal die dritte Auskopplung aus ihrem Album. Der Song heißt Bloodsport und ist seit dem 15. Juni 2009 als Single zu kaufen.
Konzerte haben sie derweil in Deutschland nicht geplant, aber das wird sich eventuell ändern. Wobei man dazusagen muss in München sind sie mittlerweile schon zweimal aufgetreten. Sollten die Jungs trotzdem nochmal hier herkommen, kann ich nur jedem, der Bands mag die sich im Genre Indie, New Wave, Pop aufhalten, empfehlen ein Konzert zu besuchen. Es wird sich lohnen.