Es ist schon dunkel geworden. Die Nacht ist in die engsten Winkel und kleinsten Ecken der Stadt vorgedrungen. Sie streut, über all die Leut, ihren Schlaf. Sternenlichter werden nach und nach ausgeknipst. Die Liebe ist müde. Langsam, ganz still und unbemerkt, schließt sie ihre großen Augen, die schon so viel gesehen haben. Ich wende mich ab. Der nächste Morgen ist nur noch ein paar wenige Atemzüge entfernt. Ich lege mich hin und versuche zu schlafen, träumend von dem Glück, dass mich in seinen umschließenden Armen empfängt.
Der Nebel schleicht durch die engen Straßen. Ganz dunkel noch, ist der frühe Morgen. Ich suche die Schönheit durch die verschwommene und undurchdringliche Luft, werde jedoch im Vertrauten ebenso im Unbekannten nicht fündig. Wo hast du dich versteckt? Verreist ins weite Land, geflohen von der doch so oft aufgesuchten Hässlichkeit?
Die grellen Lichter der Fahrräder blenden und machen mich blind. Schwer und kämpferisch boxe ich mich durch die dicken Nebelschicht. Man begegnet einer Zivilisation, die fast ausgestorben ist – man ist allein, mit sich und seiner Umwelt, der stinkenden Stadt. Die nassen und braun verfärbten Blätter liegen tot auf dem schmutzigen Boden, zertreten und unbeachtet von der Masse.
Öffne dich! Öffne dein Herz und deinen Kopf. Lass das alte fliegen und fühl dich leer um zu schweben, soweit du willst, in der leichten Frühlingssonne. Die Straßenzüge erstrahlen so freundlich, der Geruch von Frische vermischt sich mit den arabischen Gewürzen. Ein Zauber liegt in der Luft, den es gilt einzufangen. Dreh dich im Wind, um dich selbst herum. Lass die Beine baumeln. Unter dir das Leben, über dir die Freiheit.
So das Motto dieser sonnigen Tage. Die Stadt des Sommer bereitet sich auf die heißen Monate vor und zeigt sich schon jetzt von all den wunderbaren Seiten. Es glänzt und glitzert. Mit der rosaroten Brille rennt man umher um nur das wahr zunehmen, was das Glück in einem wecken lässt. Musik dringt aus den bassreichen Boxen die im Grünen stehen. Tanzend stehen Menschen im Tageslicht, mit Bier im Rauch. Immer im Rhythmus. Immer im Takt. Im Takt der Stadt, die aufblüht und ihre prachtvollen Farben überall zeigt.
Mit der U-Bahn in den nächsten Stadtteil surfen. Den Leuten entgegentanzen und ihnen ein freudiges Lächeln auf das Gesicht zeichnen. Alles draußen, alles im Schein der Sonne. Wenn ihr es nicht glaubt, ich zeige euch was ich meine. Hand in Hand – gemeinsam.
Vermutlich habe ich mich noch in meinem ganzen Leben so sehr auf den Frühling, ja auf den Sommer gefreut, wie in dieses Jahr. Es ist die Luft, die mitten durch den Körper strömt. Hin zum Herzen und wieder hinaus. Sie reinigt den Körper von den dunklen Winterdepressionen, schafft Platz für Neues. Für Frisches.
Bewusst wählt man den längeren Weg, durch die nach Frühling duftenden Straßen der Stadt. Man lässt den leichten Wind durch die Haare wehen und freut sich über die Prise, die das Gesicht streift. Die Kleidung wird leichter und man kann es kaum glauben, dass Schal und dicke Wintermändel zu Hause bleiben können. Man vermisst sie nicht.
Die Mittagspause verbringt man wieder im Freien und freut sich über jeden Sonnenstrahl, der einem das Gesicht erwärmt. Angestoßen wird mit einem Piccolo Sekt und innerlich ist man gespannt auf das Neue, was einem dieser Sommer nun bringt.
Unglaublich auch, wie glücklich einen das Wetter machen kann. Es sind doch nur die Wolken die verschwinden um die Sonne auf die Erde scheinen zu lassen. Sie zu erwärmen. Aber dabei ändert sich noch so viel mehr. Stühle und Tische werden auf die breiten Gehwege gerückt, die ersten genießen ihren Smoothie unter freiem Himmel und auch die Parks werden voller. Es zieht einen richtig raus in die Natur ohne das man sich währen kann. Und da vorne wartet auf einen schon das große Neue, was einem diesen Sommer erwartet. Es ist das Glück.