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Komm mit und spür den Wind. Wir kommen an. Irgendwann.

1. März 2011

Missing you.

Schaukel

Es gibt tatsächlich Menschen, die vermisst man mehr als andere. Freunde, die vielleicht gar nicht so die engsten Freunde waren. Leute, denen man nur einmal kurz im Leben begegnet ist oder jemanden mit dem man schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gespielt hat.

Man sehnt sich nach Nähe und Gesprächen. Würde die Zeit am liebsten zurück drehen. Das damals Erlebte wiederholen und erweitern. Wieso in der Vergangenheit leben, wenn wir doch schon längst in der Gegenwart angekommen sind? Weil dort Leute sind, die heute weit entfernt leben. Weil dort Leute sind, mit denen man kaum mehr spricht. Weil dort Leute sind, die heute fehlen. Es sollte alles nicht so schwierig sein, diese Zeit in die Gegenwart zurück zu holen – aber es ist einfach zu schwer an alte Zeiten anzuknüpfen. Alles ist anders, nichts mehr so wie damals.

Es war schön und außer der Akzeptanz bleibt einem nichts weiter. Die Erde dreht sich weiter, das Leben auch. Somit gibt es eine schöne Vergangenheit, aber auch eine schöne Zukunft, die eben noch nicht erkennbar ist. Diese versteckt sich noch ein wenig – was es wohl so schwierig macht, sich ihr anzuvertrauen. Bei dem Vergangenen weiß man was man hat, bei dem was noch vor uns liegt weiß man dies alles nicht. Jetzt bleibt uns also ein leeres Blatt auf dem wir den ersten Strich setzen und somit alles weitere Beeinflussen. Dieser Strich bleibt nämlich für immer und wird somit ganz automatisch vertraut.

19. Juli 2010

Bye, bye Munich.

Goodbye

Eine Stadt die man fragen muss um eine Antwort zu erhalten. Eine Stadt die mehr zu bieten hat, als Bier und Weißwürste.

Gärtnerplatz

Das war’s nun wohl mit uns. Mit unserer Beziehung. Meine Gewohnheit werde ich verlassen müssen. Die Umgebung, die mir vertraut vorkam, eine Stadt die ich liebe. München, wir werden uns in nächster Zeit nicht mehr so oft sehen. Keine Wochenendbeziehung führen, keinen Umzug ein paar wenige Kilometer weiter weg. Nein, ich werde dich richtig verlassen. Müssen und wollen.

Ich hatte es mir so ausgesucht. Nun verbringe ich die letzten Tage mit dir. Wir verbringen sie intensiv, insofern Zeit dafür ist. Du weißt, du bist eine tolle Stadt. Deine Ecken und Kanten weiß man zu schätzen. Die bayerische Verschlossenheit gegenüber Fremden, dein modischer Stil, der immer top gepflegt ist, aber nichts Außergewöhnliches zu bieten hat. Deine kleinen Cafés, die kleinen Kinos in denen ich mich gerne aufgehalten habe und nicht zu vergessen, die Grünflächen mit dem Eisbach im Englischen Garten oder den Nebelschwaden der Grillmeister am Flaucher. Deine kleinen und großen Feste wie zum Beispiel das Tollwood und die Wiesn. Das schicke Schwabing, das Glockenbachviertel, die Surfer am Haus der Kunst. Ja, dies alles und noch viel mehr wird mir fehlen. Du bist die Stadt in der ich mich zu Hause gefühlt habe. Wir kannten uns bis aufs kleinste Detail. Wir harmonisierten. Du und ich.

Jetzt muss ich losziehen. Mit einem neuen Ziel. Einer noch unbeschriebenen Zukunft. Eine neue, viel größere Stadt wartet auf mich. Kein Millionendorf, wie du es bist. Eine Stadt in der die Geschäfte auch mal nach 20 Uhr noch offen haben, eine Stadt in der man nicht schläft, eine Stadt die so ganz anders ist wie du.

Ich werde dich nicht vergessen. Ich werde dich wieder aufsuchen, wenn ich Geborgenheit brauche. Ich werde dich vermissen, das kann ich dir jetzt schon versichern. München, du bist toll!

Regentropfen
Mr.Mac2009

Ach ja, die Zeit vergeht. Sie tickt. Immer tickt sie. Manchmal hört man sie aus der Ferne leise sekündlich den Tack angeben und manchmal ist sie gar so laut, als würden die riesigen Zeiger der Lebensuhr direkt neben dem eigenen Ohr umschlagen. So war es in letzter Zeit. Der Stress, der ja auch positiv sein kann, hatte mich gefangen gehalten.

Nun konnte ich mich befreien – ihm entfliehen um hier und dort mal wieder eine Textzeile zu verfassen oder den einzelnen Tropfen beim Herunterfallen Namen zu geben. Allgemein sind dies aber eher Namen wie Heinz-Detlef, Brunhilde, Hans-Peter-Anton und Dörrte. Namen die mir persönlich nicht gefallen ebenso wie dieses Nass vor der Türe was einen zu erdrücken versucht. Wie lange der Regen noch anhält ist ungewiss. Die letzten Wochen waren jedenfalls unschöner, als es unschön überhaupt sein könnte.

Wo bleibt die Sonne, die wenn sie mich morgens anlächelt einen ganzen Tag glücklich machen kann. Ich an diesen Tagen die Stadt liebe wie eh und je – auf dem Gehweg nicht mehr träge und öde herumlaufe sondern vielmehr voller Genuss und Frische in der Nase von einem Pflasterstein zum nächsten springe. Aber irgendwie flüstert mir jemand ins Ohr, dass der Sommer ins Wasser fällt. Ich mag es nicht glauben und hoffe, dass er sich noch ans Ufer retten kann um nicht ganz zu ertrinken – dies wäre fatal. Was wäre ein Leben ohne den Sommer? Man munkelt, es wäre nicht lebenswert und kalt. Ob es nun wirklich so ist kann man dieses Jahr wohl schon einmal testen – ein Probeabo also für ein Leben ohne Sommer bzw. ohne die Eigenschaften des Sommers.

Aber das Leben hat ja auch noch viel mehr zu bieten und auch die Stadt. Die werde ich mir nämlich die nächsten Wochen noch einmal genau ansehen müssen. Man weiß ja nie, wie lange man noch an diesem Ort verweilt, der sekündlich in die Vergangenheit rückt. Ich höre es ticken. Ganz laut, neben mir. Als würden die Zeiger der Lebensuhr direkt an meinem Ohr umschlagen.