indepent.de

Komm mit und spür den Wind. Wir kommen an. Irgendwann.

21. November 2010

Sonntagstod.

Stopp

Die Welt ist sill, sie dreht sich nicht. Der Sonntag ist der Tod unter den Tagen.

Diese gedankenleeren Sonntage bringen einen fast um. Gedankenleer auch nur deswegen, weil man nichts zur Ablenkung hat, der Kopf leer und gedankenlos ist. Bis man dann anfängt, sich Gedanken über alles zu machen. Erst über den Tag, dann über die nächste Woche und am Ende über das ganze Leben.

Immer weiter rein rutscht man – kommt gar nicht mehr los. Jede kleinste Abzweigung durchdenkt man. Kommt auf die kleinsten Dinge, die einen beschäftigen und noch ungelöst im Raum stehen. Sonntage sind dafür eben da, wann sonst hat man so viel ungenutzte Zeit übrig?

Im Hintergrund hört man Chris Martins Stimme, der einem den Soundtrack des Lebens vorsingt.

19. März 2010

Zeitlos leben.

Zeitlos

Für was ist eigentlich Zeit da? Das sie einen stresst, das sie einen warten lässt? Früher gab es sie auch nicht. Zumindest nicht so, wie es sie heute gibt, also ohne Uhr und Terminplaner. Sollten wir uns generell nicht so fest an etwas binden, das uns vorgeben wird? Ist es nicht besser, ohne zeitliche Gedanken in den Tag hinein zu leben. Ohne Stress und ohne warten.

Vorfreude ist auch so einer dieser zeitlich begrenzten Räume. Sie soll angeblich die schönste Freude sein. Stimmt. Fast. Was ist wenn aus der Vorfreude nicht mehr als nichts wird? Man ist enttäuscht. Also freut man sich das nächste Mal erst gar nicht mehr, bleibt skeptisch ob das Vorhaben Bestand hält. Vielleicht wird am Ende doch wieder alles abgeblasen und dann? Nichts ist dann. Man muss umplanen. Erneut enttäuscht sein. Unglücklich.

So ist wohl das Leben. Man lernt aus seinen Erfahrungen und das stimmt wohl wirklich immer. Aber jetzt hängt doch bitte die Uhr ab – ich möchte ein Leben ohne Zeit. Ungebunden sein. Frei!

29. Oktober 2009

Wenn alles stehen bleibt.

Mahlzeit

Das Leben rast an einem vorbei und man muss sehen, wie man hinterher kommt um den Anschluss nicht zu verpassen. Es sind die Wochenenden, an denen eine Stunde in sekundenschnelle umschlägt. Einmal kurz geblinzelt und ehe sich die Lider wieder öffnen, ist Zeit vergangen, die doch so wichtig geworden ist. Gar kostbar ist sie, etwas Heiliges, das man nicht antasten kann. Unberührbar eben. Nur in den Gedanken fest verankert.

Aber das sind die Momente, die man einfach am Liebsten anhalten möchte. Die Zeit vergeht nicht, wenn man von A nach B kommen möchte, in der Schlange an der Kasse ansteht oder einfach warten muss. Könnte das nicht ausgeglichener sein?

Sollte man sich nicht zu allen Punkten auf der Erde beamen können. Klar, das wäre ein riesiges Problem, das man nicht verantworten könnte. Es würde alles kaputt machen. Die Welt würde sterben.

Manchmal mache ich mir irrsinnige Gedanken darüber, wie es wäre, wenn ich die Musik von meinem iPod vorspule, ob dann nicht auch die Zeit mit vorgespult werden würde. Das wäre doch eine Möglichkeit. Die Welt würde an einem vorbeirasen, bis man die Musik wieder mit normaler Geschwindigkeit abspielen lässt. Und der Pause-Knopf hält alles an. Lässt die Welt einfrieren. Nichts würde sich mehr rühren.

Frozen in time, forever
Carrying that torch for so long.
Can you hear my heart? Believe it
Frozen in the index of time.

Solche Gedanken macht man sich eben, wenn man warten muss. Oder man schreibt und teilt seine Gedanken dazu mit. Ich warte und schreibe. Gleich bin ich am Ziel angekommen, dann drücke ich Pause.

Himmelsleiter

Lange habe ich mich versteckt. Jetzt bin ich zurück. Wieder aus meinem Loch der Internet-Abwesenheit gekrochen. Ich habe viel erlebt in letzter Zeit. Dort unten, tief im Leben. Dort wo ganz und gar nicht die Dunkelheit herrscht. Es ist hell und es wird viel Freude verbreitet. Ich durfte viele Leute treffen, die alle sehr lieb sind und hatte wunderschöne Tage mit ihnen verbracht. Es war was los, in meinem Leben. Mehr als sonst. Wer hätte schon gedacht, dass ich mal keine Zeit habe, nicht einen einzigen Eintrag zu verfassen. Selbst mein Zuhause hat mich kaum gesehen. Es war entspannend mal nur wenige Stunden in den alten und schon längst bekannten Räumen zu verbringen. Das Neue ist doch immer spannender. Es kommen neue Abenteuer auf einen zu und das ist auch gut. So trocknet das Leben nicht aus und man geht selber nicht ein, wie eine Blume ohne Wasser.

Was gab es alles zu entdecken in den letzten Wochen? Einiges. Größere Events und viele Kleine, die genauso beachtet werden wollen und müssen. Zu den Größeren wird es noch extra Einträge geben. Die anderen gab es immer dazwischen, diese einzigartigen Tage mit so wundervollen Menschen. Es tut einfach gut, neue Freunde kennenzulernen und Abstand von dem Alten und Vergesslichen zu bekommen – hinein in eine andere und neue Welt zu kommen. Dort wo man glücklich sein kann, ohne sich jegliche Gedanken zu machen. Die Angst bleibt trotzdem das neue Glück schnell wieder zu verlieren. Ich halte es fest im Griff, aber hält es mich genauso gut in der Hand? Ich hoffe es, aber wer weiß das schon? Nach dem Glücklich sein kommt nur all zu oft wieder die traurige Seite des Lebens aus dem Boden gekrochen und überfällt einen von hinten, dass man gar keine Chance mehr hat einzugreifen. Man ist machtlos und muss mit ansehen, wie es einen erdrückt. Bis man wieder so stark ist, mit aller Anstrengung aufzustehen und die schwere Last vom Rücken zu schmeißen.

Auch hier, in diesem Blog hat sich etwas geregt. Vielleicht wurde auch schon der letzte Eintrag vermisst, der eigentlich am Montag erschienen hätte sollen. Aber es gibt Änderungen: Der Song of the Week ist Geschichte. Das habe ich beschlossen. Eigentlich wollte ich ihn mit einem letzten Eintrag ins Grab tragen, aber selbst dazu gab es keine Zeit mehr. Er zwang mich einfach zu sehr. Wöchentlich feste Einträge sind einfach nichts für mein Gemüt – da fehlt mir der Freiraum. Allerdings werde ich auch weiterhin Künstler bzw. deren Alben vorstellen. Aber eben nicht mehr zu fest vorgegebenen Terminen. Ganz musiklos wird dieses Blog also nicht werden. Es wird weiterhin in immer anderen Tönen erklingen. Mal ein Gitarrenriff hier und ein Schlagzeugsolo dort. Wir werden tanzen. Zusammen oder alleine.